Die Geschichte als Konstruktion, die abhängig von ihren Quellen unterschiedliche Interpretationen über Vergangenheit zulässt oder ausschließt, ist seit Ende des 20. Jahrhunderts ein stark diskutiertes Thema. Einen Beitrag hierzu liefert Hayden Whites Begriff der ‚Historiophotie‘, welcher die Darstellung und Imaginierung von Geschichte durch audiovisuelles Material beschreibt. Insbesondere experimentelle Filme wie Nelson Pereira dos Santos‘ Como era gostoso o meu francês (1971) birgen in diesem Zusammenhang großes subversives Potenzial. Sophie Everson-Baltas bespricht mit uns, wie der Film als audiovisuelle Geschichtsrevision fungiert.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Die Kulturgeschichte des Hundes reicht in Lateinamerika zurück bis in die Zeiten der Conquista, immer schon stand das Tier auch als Metapher für gesellschaftliche Verhältnisse. Für die Gegenwart untersucht Jörg Dünne Beispiele aus verschiedenen lateinamerikanischen Literaturen und Kulturen, in denen insbesondere Straßenhunde in der Verhandlung von Ideen des Zusammenlebens eine bedeutende Rolle spielen.
Interview: Benjamin Loy
Schnitt: Mariana Arrién
Zum Forschungsprojekt von Jörg Dünne
Der gelesene und besprochen Ausschnitt stammt aus: Pedro Lemebel: „Memorias del quiltraje urbano“. In: Pedro Lemebel: De perlas y cicatrices. Santiago de Chile: LOM 1998.
Die französischen Fiktionen verhandeln das Thema ’soziale Ungleichheit‘ gegenwärtig in vielfältiger Weise. Gerade soziologische Kategorien wie Klasse, Kapital und Habitus erweisen sich dabei für die Autor:innen als Leitkonzepte für die Entwicklung einer Ästhetik des Marginalisierten und Prekären. Gregor Schuhen, Lars Henk und Lea Sauer sprechen über ihr DFG-Projekt ‚Bourdieus Erben. Zur Rückkehr der Klassenfrage in der französischen Gegenwartsliteratur‘ und über die spezifische Expressivität des Sozialen.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Der gelesene und besprochen Ausschnitt stammt aus: Nicolas Mathieu Leurs enfants après eux (2018)/ Wie später ihre Kinder (2018)
Zum Weiterlesen: Gregor Schuhens Artikel „Abhängen, abgehängt. Prekäre Adoleszenz in Nicolas Mathieus Leurs enfants après eux (2018)“, in: Prekäre Männlichkeiten
Noch nicht genug von französischer Literatur? Literaturportal france 2000
Die Unsichtbaren ein Gesicht verleihen, die ärmeren Schichten in den Fokus rücken – dieses Anliegen verfolgen Pier Paolo Pasolinis Filme. Cornelia Wild, Professorin für Romanische Literatur- und Kulturwissenschaft, insbesondere Theorie und Ästhetik an der Universität Siegen gibt anhand des Films Comizi d’amore (1965) Einblicke in die charakteristischen Traditionen und Ästhetiken dieses Klassikers der italienischen Filmgeschichte.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Mehr zum Projekt Pasolini populär und zum SFB Transformationen des Populären
Pasolini von A-Z
Comizi d’amore auf YouTube
Das Kino ist heute eine überwiegend männliche Domäne. In seiner avantgardistischen Frühphase in den 1920er und 30 Jahren experimentierten allerdings auch einige Frauen mit dem Medium Film. Sabine Schrader, Universitätsprofessorin für romanische Literatur- und Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt Italianistik, beleuchtet die institutionellen und kulturellen Rahmenbedingungen dieser besonderen Epoche und erklärt, wie sich der feministischen und queeren Blick der Regisseurin in ihrer Filmsprache niederschlägt.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Die erwähnten Filme zum Reinschauen:
Invitation au voyage (1927)
La souriante Mme Beudet (1923)
Zum Weiterlesen:
Sabine Schraders Artikel zu _La souriante Mme Beudet _in Klassiker des französischen Kinos in Einzeldarstellungen