Eine kleine, abgeschottete Inselkommune – das ist seit Thomas Morus der Sehnsuchtsort von Utopisten par excellence. Doris Dousat-Leitner, ehemalige Studentin der Wiener Romanistik, zeichnet das Scheitern einer anarchistischen Kommune in Adrián del Valles _Náufragos _(1926) nach und interpretiert dieses als Anstoß zur Reflexion über die Möglichkeiten eines alternativen gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Seit den 1980er Jahren sind HIV und Aids im öffentlichen Diskurs stark präsent. Dr. Daniel Fliege, postdoc an der HU Berlin, erklärt am Beispiel Hervé Guiberts, wie die französische Literatur diese Debatten aufgreift und dabei Themen wie Liebe, Tod, Tabu, Marginalisierung und Homophobie zur Verhandlung bringt.
Interview: Alex Lachkar
Schnitt: Mariana Arrién
Mehr zu Hervé Guibert
Mehr Forschung zu literarischen Darstellungen von HIV und Aids
Bei der Übersetzung eines Romans ändert sich nicht nur die Sprache, auch die Inhalte werden bisweilen an Wissensstände der Leser:innen, an kommerzielle Interessen oder an politische Haltungen angepasst. Dr. Esther Gimeno Ugalde, postdoc an der Universität Wien, zeigt anhand der katalanischen Erzählungen La meitat de l’ànima, Retorn a casa und _Volver _und den respektiven Selbstübersetzungen der Autorin Carme Riera ins Kastilische, welche Funktionen freie Übersetzungen haben und inwiefern die Abänderungen sogar zum ästhetischen Prinzip avancieren können.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Mehr zum Projekt IberTRANSLATIO
Zum Weiterlesen: Gimeno Ugalde, Esther/ Pinto, Marta Pacheco/ Fernandes, Ângela (Hrsg.): Iberian and Translation Studies
Erwähnte Romane:
Carme Reira: La mitad del alma/ La meitat de l’ànima
Carme Reira: Contra l’amor en companyia i altres/ Contra el amor en compañía
Die Kategorie der ’sozialen Klasse‘ hat im französischen Gegenwartsdiskurs eine neuerliche Konjunktur. Dies manifestiert sich auch in literarischen Texten wie Annie Ernaux‘ La place (1983), Didier Eribons Retour à Reims (2009) oder Édouard Louis En finir avec Eddy Belleguele (2014). Christina Ernst, wissenschaftliche Mitarbeiterin am wissenschaftliche Mitarbeiterin des Leibniz-Zentrums für Literatur- und Kulturforschung Berlin im Projekt ‚Stadt, Land, Kiez. Nachbarschaften in der Berliner Gegenwartsliteratur‘, spricht über das autosoziobiografische Genre und seine ästhetischen und politischen Implikationen.
Interview: Alex Lachkar
Schnitt: Mariana Arrién
**Zum Weiterlesen: **
Christina Ernsts Blogeintrag „Das Leben schreiben. Annie Ernaux‘ Tagebücher„
Christina Ernsts Artikel „Arbeiterkinderliteratur« nach Eribon. Autosoziobiographie in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur„, in: Lendemains 180 (2020), 77–91.
Wie wurde sexualisierte Gewalt dargestellt und kritisiert, als es noch keinen differenzierten Diskurs über Geschlechterverhältnisse gab und der Feminismus als soziopolitische Bewegung noch nicht existierte? Jovana Radonić gibt Einblicke in die Ergebnisse ihrer Bachelorarbeit, in der sie die Gender-Rollen in Lope de Vegas Fuente Ovejuna (1619) genauer untersucht hat.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Das Theaterstück Fuente Ovejuna zum online lesen oder downloaden.