Die triología bananera von Miguel Ángel Asturias wurde bislang vorrangig im Zusammenhang mit der sogenannten novela bananera und deren antiimperialistischen und antikapitalistischen Erzählungen gelesen. Doch das Werk des guatemaltekischen Autors ist auch tief in den Kontext von Natur und Mythologie eingeschrieben. Tashina Nicolin verweist auf einen ökokritischen Ansatz und analysiert Asturias’ Werk aus einer neuen Perspektive, indem sie ein spezifisches meteorologisches Phänomen – den Hurrikan – näher beleuchtet. Diese Analyse ist Teil ihres Promotionsprojekts an der Universität Innsbruck, wo Tashina zur Darstellung von Wetter- und Klimaphänomenen im lateinamerikanischen Roman und deren Beziehung zu uns Menschen forscht.
Interview : Judith Wimmer
Schnitt: Judith Wimmer
Textpassage aus:
Asturias, Miguel Ángel: Viento fuerte. Madrid: Drácena Ediciones, 2016, S. 236.
Zum Weiterlesen:
Nicolin, Tashina: „El huracán en la trilogía bananera de Miguel Ángel Asturias“, in: Promptus. Würzburger Beiträge zur Romanistik 9 (2003), 107-123. URL: https://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/frontdoor/index/index/searchtype/collection/id/16531/docId/40196/start/1/rows/10
Allein durch das bekannte Genre der novela del dictador, zeigt sich, dass literarische Texte, die sich mit Diktatur auseinandersetzen, keine Seltenheit im lateinamerikanischen Raum sind. Weniger bekannt ist, dass auch viele Autorinnen sich an den literarischen Aufarbeitungsversuchen beteiligt haben. Häufig werden in diesen Texten nicht nur die diktatorischen Regierungssysteme, sondern auch die daran gekoppelten patriarchalen Strukturen kritisiert. Melanie Heiland, prae doc an der Universität Wien, widmet sich in ihrer Dissertation dieser Thematik und erzählt uns, wie Literatur, Identität und Gedächtnis miteinander verstrickt sind und welches feministische Potenzial den Texten innewohnt.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Judith Wimmer
Textpassage aus: Valenzuela, L. (1982): Cambio de armas. Hannover: N. H. Ediciones del Norte.
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Zum Weiterlesen:
Navarrete, S. (2016): Fugas de la memoria. Caminos ficcionales de la experiencia de mujeres en dictadura. Santiago de Chile/Valparaíso: RiL editores.
Pfeiffer, E. (1993): Torturada: von Schlächtern und Geschlechtern; Texte lateinamerikanischer Autorinnen zu Folter und politischer Gewalt. Wien: Wiener Frauenverl.
Romero García, V. and Calderón Cisneros, A. (2022): Feminismos, memoria y resistencia en América Latina. Tomo 2. Narrar para no olvidar: memoria y movimientos de mujeres y feministas. Edited by A.G. Rincón Rubio. Universidad de Ciencias y Artes de Chiapas. Available at: https://doi.org/10.29043/CESMECA.rep.1080.
Thiem, A. (2003): Repräsentationsformen von Subjektivität und Identität in zeitgenössischen Texten lateinamerikanischer Autorinnen: Postmoderne und postkoloniale Strategien. Frankfurt am Main: Vervuert (Teoría y crítica de la cultura y literatura, 25).
Im 19. Jahrhundert bildet sich im Zuge einer romantischen Bewunderung für Deutschland in der Musiktheaterbranche ein Goethe-Trend heraus, der bald eigene Motive, Ästhetiken und Publikumserwartungen generiert. Dr. Isabelle Wimmer hat diese Inszenierungen genauer in den Blick genommen und dabei untersucht, welche Spuren der Kultur- und Medientransfer in ihnen hinterlässt und welchen kulturellen Ort sie in der modernen urbanen Unterhaltungsindustrie besitzen.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Judith Wimmer
Zum Weiterlesen:
Goethe auf der französischen Opernbühne (Monographie)
Unmoralische Treue, unmoralische Untreue. Ehe und Ehebruch in den Operetten Jacques Offensbachs (Artikel)
Opern nach Texten Goethes im Frankreich des 19. Jahrhundert:
Auber, Daniel E./Eugène Scribe: Le Dieu et la Bayadère. 1830.
Bertin, Louise: Fausto. 1830.
Adam, Adolphe/ Eugène Scribe: Le Chalet. 1834.
Berlioz, Hector: La Damnation de Faust. 1846.
Gounod, Charles/ Barbier, Jules/ Carré, Michel: Faust. 1859.
Thomas, Ambroise/ Barbier, Jules/ Carré, Jules: Mignon. 1866.
Duprato, Jules/Du Locle, Camille: La Fiancée de Corinthe. 1867.
Díaz, Eugène/Blau, Edouard/Gallet, Louis: La Coupe du Roi de Thulé. 1868.
Massenet, Jules/Blau, Edouard/Millet, Paul: Werther. 1892.
Chabrier, Emmanuel/Mikhaël, Ephraïm/Mendes, Catulle: Briséis [unvollendet, 1893].
Wunder sind im religiösen Kontext als göttliche Ereignisse zu verstehen. Doch was macht das Wunder zum Wunder und wie berichtet man über ein solches? Rogier Gerrits, Mitarbeiter der Forschungsgruppe „Geistliche Intermedialität in der Frühen Neuzeit“ an der Universität Hamburg, erzählt uns, warum das Wunder selbst als Medium angesehen werden kann, welche Funktion Berichte über Wunder im Frankreich der frühen Neuzeit hatten und wie sie gestaltet werden mussten, um als solche anerkannt zu werden.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Judith Wimmer
Textpassage aus:
Louis Basile Carré de Montgeron, La Vérité des miracles operés par l’intercession de M. de Pâris et autres appelans démontrée contre l’archevêque de Sens, Tome premier, 1737, S. 42
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Zum Weiterlesen:
Peter Dear, „Miracles, Experiments, and the Ordinary Course of Nature“, in: Isis 81/4 (1990), S. 663-683.
Rogier Gerrits, „Wunder erfahren. Erfahrungswissen und Wunder in französischen Mirakelberichten der Frühen Neuzeit“, in: Isabelle Fellner, Christina Schaefer (Hg.): Facetten der experientia. Zum Rekurs auf Erfahrung und Erfahrungswissen in der frühneuzeitlichen Romania. Wiesbaden: Harrassowitz 2022.
Mario Grizelj, Wunder und Wunde. Religion als Formproblem von Literatur. Paderborn: Wilhelm Fink 2018.
Wie wird das Thema der Flucht und Migration in Mati Diops Film Atlantique (2019) verhandelt? Dieser Frage stellt sich Melanie Tissot, Doktorandin an der Universität Mannheim, in dieser Folge Fabulari. Diop verarbeitet das Thema Flucht, welches oft aus einer männlich geprägten Perspektive betrachtet wird, in Atlantique auf besondere Weise und greift dabei auch auf fantastische Elemente zurück. Welche Rolle dabei Konzepte wie der female und oppositional gaze, die Situierung des Films in Dakar und die Darstellung weiblicher Sexualität spielen, erklärt Melanie Tissot im Interview mit Flori Haack.
Interview: Flori Haak
Schnitt: Judith Wimmer