Feminismus ist mittlerweile nicht mehr nur eine gesellschaftliche Protestbewegung, er ist im Mainstream angekommen und insofern auch ein Verkaufsargument geworden. Dementsprechend sind auch in Spanien in den letzten Jahren einige Filme und Serien entstanden, die feministische Kernthemen in den Fokus rücken und bei denen es schwierig ist zu unterscheiden, ob sie feministische Anliegen verfolgen oder einem Modetrend folgen und insofern _femwashing _betreiben. Johanna Hager (M.Ed. Englisch/ Spanisch) hat sich diese komplexe Frage für die zeitgenössische spanische Fernsehserie _La otra mirada _in ihrer Masterarbeit gestellt und gibt Einblicke in die Ergebnisse.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Judith Wimmer
Zum Weiterlesen:
Johannas Masterarbeit Empoderamiento feminista entre la economía de mercado y la postura política
un análisis discursivo y cinematográfico de la serie de televisión „La otra mirada“
Trailer zu La otra mirada (1. Staffel)
Die argentinische Dichterin Alejandra Pizarnik (1936–1972) gilt als eine der außergewöhnlichsten literarischen Stimmen des lateinamerikanischen 20. Jahrhunderts. Ihr lyrisches Werk zeichnet sich durch eine beeindruckende poetologische Tiefe aus, die zwischen dem Sagbaren und Unsagbaren sowie zwischen Immanenz und Transzendenz oszilliert. Im Rahmen ihres Promotionsprojekts untersucht Lea Marie Weber die Verbindungen und Parallelen zwischen Pizarniks Dichtung und (jüdisch-)mystischen Paradigmen. Damit schließt sie eine bisher wenig beachtete Forschungslücke im deutschsprachigen Raum.
Interview: Judith Wimmer
Schnitt: Judith Wimmer
Anmerkung: In Minute 3:50 wird gesagt, dass es sich um „Pizarniks Todestag im Jahr 2022“ handelt. Gemeint ist ihr 50. Todestag, der im Jahr 2022 gewürdigt wurde.
Kolonialistische Narrative durchziehen den politischen Alltag Frankreichs nach wie vor und stellen das gesellschaftliche Miteinander in globalisierten Migrationsgesellschaften vor große Herausforderungen. Anna Gatterer von der Universität Wien nimmt in ihrer Masterarbeit zwei Jugendbücher aus dem Zeitraum um 1900 unter die Lupe – Perlette (1887) von Jeanne Cazin und Les Robinsons de la Guyane (1882) von Louis Boussenard. Sie reflektiert mit Hilfe postkolonialer Theorieelemente systematisch und kritisch reflektiert, wie sich Abenteuer, Phantasie und Spiel systematisch mit einem Diskurs der binären Oppositionen, Abwertungen und Alterisierungen verweben.
Interview: Teresa Hiergeist
Wer mehr erfahren möchte: Die Masterarbeit von Anna Gatterer ist auf u:theses verfügbar.
Zum Reinlesen: Perlette von Jeanne Cazin und Les Robinsons de la Guyane von Louise Boussenard gibt es zum freien Download auf Gallica.fr
En 2023, une injustice a enfin été réparée: paru en 1955 sous une forme censurée, le roman de Violette Leduc, Ravages, est enfin disponible dans une version « réparée », la plus proche possible de ce que Violette Leduc avait écrit avant que les éditions Gallimard ne censurent des parties du manuscrit relatives au lesbianisme, aux violences sexuelles, et à l’avortement.
Alexandre Antolin, docteur en littérature et en histoire du genre, nous explique les ressorts de la censure, nous parle de l’écriture réaliste de Violette Leduc, et aborde son héritage dans la littérature lesbienne contemporaine en France.
Interview: Alex Lachkar
Schnitt: Judith Wimmer
Extrait: Violette Leduc, Ravages, Gallimard, 2023, p. 223-224.
Pour aller plus loin :
- Alexandre Antolin, Une Censure éditoriale: Ravages de Violette Leduc, PUL, 2023.
- Capucine Delattre, Un Monde plus sale que moi, La ville brûle, 2023.
- Al Baylac, Colza, blast, 2022.
- Albane Linÿer, J’ai des idées pour détruire ton égo, NiL, 2019.
- Gorge Bataille, Fiévreuse plébéienne, éditions du commun, 2022.
In dieser Folge spricht Carina Ehrnsperger, Doktorandin an der Universität Regensburg, über Lagerzeitungen von französischen Kriegsgefangenen im Ersten Weltkrieg. Sie erklärt uns, wie diese Zeitungen entstanden sind, was sie ausmachte und was wir aus diesen historischen und literarischen Dokumenten auch heute noch lernen können.
Interview: Flori Haack
Schnitt: Judith Wimmer