• Fabulari. Der Wissenschaftspodcast zu Literatur und Film in der Romania

    62: 2666 quantitativ. Robert Hesselbach über Synergien von Linguistik und Literaturwissenschaft

    Computergestützte Verfahren haben in den vergangenen Jahren Analysemöglichkeiten für literarische Texte eröffnet, die hermeneutische Zugänge zu untermauern oder erweitern vermögen. Dr. Robert Hesselbach, akademischer Rat für Sprachwissenschaften an der FAU Erlangen-Nürnberg, hat zusammen mit Ulrike Henny-Krahmer (Universität Rostock) Roberto Bolaños 2666 (2004) nach allen Regeln der digitalen Kunst zerstückelt und stilometrisch unter die Lupe genommen. Er berichtet anhand dieses Beispiels über den Mehrwert quantitativer Zugänge zur Literatur und spricht darüber, wie befruchtend es sein kann, wenn Linguistik und Literaturwissenschaft auch in Zeiten wissenschaftlicher Ausdifferenzierung den Fokus auf ihre gemeinsamen Ziele nicht verlieren.

    Interview: Teresa Hiergeist

    Schnitt: Mariana Arrién

    Zum Weiterlesen:
    Sammelband Digital Stylistics in Romances Studies
    Mehr über promptus

    61: Geordnete Verhältnisse. Marie Stockinger über Liebe als Strukturstifterin in Fuente Ovejuna

    Liebe ist im siglo de oro alles andere als eine Privatangelegenheit. Oftmals entscheiden nicht die Emotionen, wen man anhimmelt oder heiratet, sondern die sozialen Zugehörigkeiten oder Pflichten. Marie Stockinger, Studentin an der Wiener Romanistik, hat sich in Hinblick darauf Lope de Vegas Theaterstück Fuente Ovejuna genauer angesehen und arbeitet heraus, wie Liebe mit Ehre und moralischen Werten zusammengedacht wird und dadurch die diskursive Funktion besitzt, die gesellschaftliche Ordnung aufrecht zu erhalten.

    Interview: Judith Wimmer

    Schnitt: Judith Wimmer

    Zum Volltext von Fuente ovejuna

    Laurencias Monolog, der im Podcast kommentiert wird

    60: Der Diktator als Vampir. Álvaro Arango über Monster als Metapher für Konflikt und Wandel

    Das Monster ist mehr als nur es selbst. Spätestens seit dem Aufschwung der Monster Studies in den 1990er Jahren ist klar, dass Vampire, Hexen und Zombies vor allem über die Gesellschaften, aus denen sie hervorgehen, Rückschlüsse möglich machen. Als Projektionsfläche für Umbrüche, Ängste oder Wünsche sind sie auch in der Romania zu einem beliebten Untersuchungsgegenstand geworden. Álvaro Arango, prae doc an der Uni Bonn, gibt uns eine Einführung in die Monster Studies und erzählt uns, welche Parallelen es zwischen Vampiren und Diktatoren gibt.

    Interview: Stefanie Mayer

    Schnitt: Mariana Arrién

    Textpassage aus:
    Bedoya, Manuel (1939): El general Bebevidas: Monstruo de América. Santiago: Llamarada.

    Zum Weiterlesen:

    Groom, Nick (2018): The Vampire. A New History. Llandysul: Yale University Press.

    Ruthner, Clemens (2019): Verzahnte Heimsuchungen. Eine kurze Literatur- und Kulturgeschichte des Vampirs. Bremen: Lumière.

    Weinstock, Jeffrey (2020): The Monster Theory Reader. Minneapolis: University of Minnesota Press.

    59: Vielstimmigkeit mit Maske. Tommaso Meozzi über Migrations- und Pandemieliteratur

    Jippieeehh, ein neues Gesicht an der Romanistik Wien! Dr. Tommaso Meozzi ist im WS 2024/25 der neue Tenure-Track-Professor für Italienische Literatur, Kultur, Medien. Fabulari hat ihn getroffen, um ihn näher kennenzulernen. Er erzählt von seinen aktuellen Forschungsprojekten, der Inszenierung von Mehrsprachigkeit in der Migrationsliteratur und der literarischen Verhandlung der COVID-19-Pandemie.

    Interview: Teresa Hiergeist

    Schnitt: Mariana Arrién

    Mehr zum besprochenen Film Sotto lo stesso tempo (2012)

    Zum Weiterlesen: Tommaso Meozzis Artikel „Protagonisti in cerca di una nuova agency“ im Sammelband Pandemic Protagonists
    Zum Projekt Corona-Fictions hat uns vor einigen Folgen auch Julia Obermayr berichtet: Folge 20

    58: Ein Mann wie ein Gebirge. Daniel Winkler & Team über die Konstruktion der Medienfigur Luis Trenker

    Als Schauspieler, Regisseur und Produzent von Filmen und TV-Serien und Autor von Populärliteratur war der Südtiroler Luis Trenker ein Allrounder, der ab den 1920er Jahren eine außergewöhnliche Medienpräsenz erreicht hat und die Vorstellungen des Alpensraums bis heute prägt. Daniel Winkler, Professor für französische und italienische Literaturwissenschaft an der Universität Heidelberg, und sein Team (Theresa Klemm, Sophia Mehrbrey und Annika Stocker) geben Einblicke in das DFG-geförderte Projekt ‚Trenker – (Dis-)Kontinuitäten einer transalpinen Medienmarke‘. Sie rekonstruieren, was den Mythos Trenker ausmacht und aus welchem soziopolitischem und medialem Substrat er sich speist.

    Interview: Teresa Hiergeist

    **Zum Weiterlesen: **
    Das Film-Konzepte-Heft zu Luis Trenker

    **Aktivitäten der Forschungsgruppe: **
    Workshopbericht ‚Selfmademan und Medienmarke. Luis Trenkers Strategien der Selbstinszenierung‘

    **Publikationen: **
    Mehrbrey, Sophia (2023): Luis Trenker erzählt (ARD/BR, 1959–1973). I