Individuelle und kollektive Subjektentwürfe sind miteinander verflochten, sie reflektieren kultur- und epochenspezifische Werte und Normen entspinnen sich in narrativer Form. Das DFG-Netzwerk ‚Wissensgeschichten des unverfügbaren Selbst. Individuelle und kollektive Subjektfiguren in Psychologie, Soziologie, Ethnologie und Kulturwissenschaften 1850-1980‘ beleuchtet die Konzepte, Vernetzungen und Zirkulationsformen dieser Imaginationen aus interdisziplinärer Perspektive. Projektleiterin Sandra Janßen, Literaturwissenchaftlerin und Wissenschaftshistorikerin der Universität Erfurt und Research Fellow am IFK (Wien) berichtet über ein Projekt an der Schnittstelle von Philologien und Sozialwissenschaften.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
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Zum Weiterlesen: Der Sammelband ‚Selbstsein als Sich-Wissen‘
In Kriegszeiten besteht seit jeher eine besondere Affinität zur Lyrik. Durch ihre knappe Form lassen sich lyrische Texte auch in Situationen schreiben, in denen nur wenig Zeit bleibt, und schaffen so einen besonders unmittelbaren Zugang. Gleichzeitig lädt die Gattung dazu ein in konzentrierter und deautomatisierter Weise das eigentlich Unsagbare auszudrücken und dadurch aus der Erstarrung schockierender Erlebnisse partiell auszubrechen. Florian Lützelberger, Postdoc an der Universität Bamberg, erläutert seine Herangehensweise an Kriegslyrik und spricht mit uns über Spuren von Kriegstraumata in poetischen Texten.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Textpassage aus:
Apollinaire, Guillaume: Calligrammes. Poèmes de la paix et de la guerre (1913-1916). Paris [1918] 2015: Gallimard, S. 130-133.
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Zum Weiterlesen:
Lyon, Philippa: Twentieth-Century War Poetry. A Reader’s Guide to Essential Criticism. Houndmills u. a.: Palgrave Macmillan 2005.
Molina Taracena, Pilar:_ La poética de la poesía de la Guerra Civil española. Diversidad en la unidad_. Oxford u. a.: Peter Lang 2016.
Rehage, Georg Philipp: ‚Wo sind Worte für das Erleben‘. Die lyrische Darstellung des Ersten Weltkrieges in der französischen und deutschen Avantgarde (G. Apollinaire, J. Cocteau, A. Stramm, W. Klemm) (Studia Romanica 111). Heidelberg: Winter 2003.
Stanzel, Franz Karl: „Englische und deutsche Kriegsdichtung 1914-1918. Ein komparatistischer Versuch“, in: Sprachkunst 18 (2), 1987, S. 227-244.
Italienisch-portugiesisch – diese Kombination ist innerhalb der Romanistik nur wenig vertreten. Bis jetzt! Denn das wissenschaftliche Netzwerk ‚Brazilian-Italian Cultural Contact: Transatlantic Interaction and Knowledge Circulation‘ (gefördert von der DFG 04/23-04/27) macht es sich zur Aufgabe, Momente des Kulturkontakts und Kulturtransfers zwischen Italien und Brasilien ausfindig zu machen. Projektleiter Dr. Janek Scholz vom Portugiesisch-Brasilianischen Institut zu Köln berichtet über die institutionellen und wissenschaftliche Ziele und Chancen dieses neuen Blickwinkels.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
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Der Text „Gerarchia“ von Pier Paolo Pasolini stammt aus dem Buch Da Trasumanar e organizzar (1971).
Lispectors Brief wurde in Correspondências, hg. von Teresa Montero (Rio de Janeiro: Rocco 2002. S. 56) veröffentlicht.
Korrektur: Teresa Maria Cristina war nicht die letzte Kaiserin Italiens, sondern Brasiliens.
Als Archiv wird gemeinhin eine systematische Sammlung und Aufbewahrung bestimmter Dokumente bezeichnet, die beispielsweise von historischer oder rechtlicher Bedeutung sind. Sie spielen unbestreitbar eine wichtige Rolle für das kollektive Gedächtnis und die Aufarbeitung des Vergangenen. Was jedoch mit diesen allgemeinen Definitionen ausgeklammert wird, ist, dass Archive auch mit Macht verbunden sind und unweigerlich Lücken aufweisen. Mariana Arrién, ehemalige Studentin der Romanistik Wien erzählt uns wie Valeria Luisellis Essay Los niños perdidos und ihr Roman Desierto sonoro an die Idee des lückenhaften Archivs anknüpfen und dabei selbst so manche Lücke füllen.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Textpassage aus:
Luiselli, Valeria (2019): Desierto sonoro. Ciudad de México: Sexto Piso
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Zum Weiterlesen:
Luiselli, Valeria (2016): Los niños perdidos. Ciudad de México: Sexto Piso
Agamben, Giorgio (2003): Was von Auschwitz bleibt: Das Archiv und der Zeuge. Berlin: Suhrkamp.
Foucault, Michel (1981): Die Archäologie des Wissens. Berlin: Suhrkamp.
A l’heure ou l’offensive transphobe bat son plein en France, lea réalisateurice queer Alexis Langlois va présenter son nouveau film, Les Reines du drame, lors de la semaine de la critique à Cannes. Cette actualité est l’occasion de revenir sur son court-métrage _De la terreur, mes sœurs! _(2019), dans lequel quatre femmes trans évoquent les discriminations qu’elles subissent, et fantasment, dans une esthétique camp, sur leur vengeance. Pierre Niedergang, docteur et enseignant en philosophie à l’université Paris-Nanterre, nous explique en quoi ce court-métrage, aussi drôle que jubilatoire fait la part belle aux références queers, tout en proposant une réflexion sur un futur qui n’est pas encore advenu.
Interview: Alex Lachkar
Schnitt: Mariana Arrién
Extrait du film : Alexis Langlois, De la terreur, mes sœurs!, Films du bélier, 2019.
Pour aller plus loin : Pierre Niedergang, Vers la normativité queer, éditions blast, 2023