Haben Flüsse Rechte? Brauchen sie Anwälte? Eine Polizei? Der Río Atrato im Nordwesten Kolumbiens ist aufgrund seiner Goldhaltigkeit in den vergangenen Jahrzehnten systematisch wertgeschöpft worden. Die zahlreichen Minen haben das ökologische Gleichgewicht sowie die dort lebenden indigenen Völkern entscheidend beeinträchtigt. Elizabeth Gallón Droste, prae doc am Lateinamerika-Institut der FU Berlin verfolgt ein kulturanthropologisches und künstlerisches Projekt, in dem sie die konfliktreiche Mensch-Natur-Beziehung der Region aufarbeitet und die Möglichkeiten eines Dialogs mit dem Fluss auslotet.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Zum multimodalen Tagebuch des Flusses
Zur Webseite der Hüter:innen des Atrato
Artikel zur Anerkennung des Atrato als Rechtssubjekt
Seuchen haben seit der Antike immer auch einen literarischen Niederschlag gefunden: Über die Dokumentation verschiedener historischer Pandemien hinaus kommt Träumen und Traumbildern in diesen Texten eine ganz besondere Bedeutung zu. Mit Hannah Steurer, einer _post doc _an der Universität des Saarlandes, die zu Seuchenträumen zwischen Antike und Gegenwart forscht, sprechen wir über Formen und Funktionen literarischer Traumdarstellungen in Zeiten von Pest, Cholera und Corona.
Interview: Benjamin Loy
Schnitt: Mariana Arrién
Zum Forschungsprojekt von Hannah Steurer
Der gelesene und besprochen Ausschnitt stammt aus: Alessandro Manzoni: I promessi sposi, Mailand: Mondadori 2002.// Die Verlobten. Aus dem Italienischen von Ernst Wiegand Junker, Frankfurt a.M./Hamburg: Fischer Bücherei 1962.
Was ist feministische Literatur? Eine Frage, die sich nicht nur daran stößt, dass sich Feminismen einer klaren Definition entziehen, sondern auch daran, dass sich ‚Literatur‘ selbst bei näherer Betrachtung als Kategorie problematisch erweist. Wir sprechen mit David Rojas Pacheco, Student der FU Berlin, über das feministische Potenzial der Kurzgeschichte „Sangre Coagulada“(Las voladoras, 2020) der ecuadorianischen Schriftstellerin Mónica Ojeda.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Zum Erzählband Las voladoras von Mónica Ojeda
Zum Weiterlesen
Artikel über Gewalt an Frauen in Sangre Coagulada
Artikel über mythische Elemente in Las Voladoras
Um 1900 ist das Thema der Schulbildung in Spanien in aller Munde, denn es ist eng mit den bestehenden Machtstrukturen verknüpft. Wer die Kinder wo wie und wozu erziehen darf, hängt vorstellungsmäßig eng damit zusammen, wie die Gesellschaft von morgen aussehen wird. Isabella Atschreiter, Studierende der Romanistik der Universität Wien, verdeutlicht am Beispiel von _Armonía, o la escuela en el campo _(1923) des Anarchisten Higinio Noja Ruiz die Verstrickungen von Literatur in das Gerangel um gesellschaftlichen Einfluss und diskursive Hoheit.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Armonía o la escuela en el campo
Mehr über Hignio Noja Ruiz
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Die Arbeit von Reinigungspersonal steht in Hinblick auf die Sichtbarkeit in einem komplexen Verhältnis: Zwar soll alles sichtlich sauber sein, die Arbeitenden selbst aber sollen unsichtbar bleiben. Dieses Los trifft auch Hotelreinigungskraft Eve aus Lila Avilés‘ La Camarista (2018), welche durch ihren Job in Einsamkeit gedrängt wird. Harald Schöny, Student an der Wiener Romanistik erzählt, wie die Isolation der Protagonistin filmtechnisch umgesetzt wird, mit welchen Schwierigkeiten er bei dieser (seiner ersten) Filmanalyse konfrontiert war und von dem Projekt vistazo, welches es sich zur Aufgabe macht, eine ebenfalls häufig unsichtbare Arbeit, nämlich die Forschung von Studierenden, sichtbar zu machen.
Interview: Stefanie Mayer
Schnitt: Mariana Arrién
Trailer zu La Camarista
Zum Projekt vistazo
Zur Proseminararbeit von Harald Schöny: Einsamkeit und Isolation: Gefühlsvermittlung in La Camarista