Wer als Frau literarische Texte schreibt, setzt sich zwangsweise damit auseinander, was ein ‚Autor‘ ist und welche machstrukturellen Implikationen mit diesem Konzept verbunden sind. Gerade im Gegenwartsmexiko sind Debatten über die Verstrickungen zwischen Gender und Autor:innenschaft hochpräsent. In Podcasts, Websites, Zeitschriften, aber auch in der Literatur selbst, wird verhandelt, was es bedeutet Autorin zu sein. Stefanie Mayer, prae doc an der Universität Wien, zeigt anhand von Cristina Rivera Garzas La cresta de Ilión (2002) Möglichkeiten, wie die diskursiv konstruierten Vorstellungen von Autor:innenschaft zur Neuverhandlung gelangen kann.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
Im Podcast erwähnte Projekte zu mexikanischen Schriftstellerinnen
Mapa de escritoras mexicanas
Podcast Hablemos escritoras
Podcast Ingrávida
Leseproben aus
La cresta de Ilión
El invencible verano de Liliana
Literaturempfehlungen
¿Qué es una autora?
La invención del autor
Asbest ist ein seit der Antike bekannter und im Mittelalter extrem mythologisierter mineralischer Stoff, dessen massenhafte Verwendung ab der industrialisierten Moderne eine globale Kontaminationsgeschichte auslöst. Rike Bolte untersucht im Kontext eines Projekts zu „Poetiken der Kontamination“ rezente Asbest-Texte von Autor:innen wie Léonce Lupette (Argentinien) und Julia Wong (Peru). Neben Roxana Crisólogo, Carlos Soto Román, María Paz Guerrero, Daniel Bencomo und anderen spanischsprachigen Dichter:innen, haben Lupette und Wong auf ein Call for poems reagiert, das im Zusammenhang einer Feldforschung in Buenos Aires stand. So wie Romanautor und Übersetzer Alberto Prunetti aus dem Epizentrum der europäischen Asbest-Katastrophe Italien bereits 2015 eine Rayuela der Städte der unsichtbaren (Asbest-)Fasern erstellt, die in den Untergrund einer toxischen Epoche führt, kämpfen in der argentinischen Hauptstadt U-Bahn-Arbeiter:innen gegen die Folgen kontaminierenden Kolonialismus‘. Rike Bolte hat die Diskurse und Praktiken dieser Arbeiter:innen untersucht.
Interview: Benjamin Loy
Schnitt: Mariana Arrién
Zum Forschungsprojekt von Rike Bolte im Interview bei CALAS
Der gelesene und besprochen Ausschnitt stammt von: Leónce Lupette
Science fiction zählt aktuell zu den beliebtesten Filmgenres. Das ist kein Zufall, sondern hängt damit zusammen, dass sich in unserer digitalisierten Technologiegesellschaft die Frage nach dem, was menschlich ist, neu stellt. Matthias Hausmann, Privatdozent an der Universität Wien, zeigt anhand von Jean-Pierre Jeunets_ BigBug_ (2022), wie künstliche Intelligenzen und Roboter zur Reflexion über Menschlichkeit einladen und welche Rolle dabei ausgerechnet die Komik spielt.
Interview: Teresa Hiergeist
Schnitt: Mariana Arrién
BigBug auf Netflix
Erwähnte Bücher:
Homo Deus von Yuval Noah Harari
Das Groteske von Peter Fuß
Zum Programm der Ringvorlesung Humor und Komik in der Romania des Sommersemesters 2023 an der Universität Wien
Symbolische und physische Gewalt im politischen Raum scheint im Gegenwartsfrankreich ein zentrales Thema zu sein, das in den öffentlichen Debatten in vielfältiger Weise verhandelt wird. Auch der vielbesprochene und mit dem Prix Goncourt ausgezeichnete zweite Roman von Nicolas Mathieu, Leurs enfants après eux (2018) setzt sich damit auseinander. PD Dr. Markus Alexander Lenz von der Universität Potsdam spricht mit uns über den Text, der die Dynamiken von Gewalt zwischen den sozialen Klassen, aber auch innerhalb einer marginalisierten Klasse untersucht, die von Desillusionierung, Rassismus und vom Aufstieg der extremen Rechten geprägt ist.
Interview: Alex Lachkar
Schnitt: Mariana Arrién
Leurs enfants après eux gibt es auch in deutscher Übersetzung Wie später ihre Kinder
Markus Lenz‘ Habilitationsschrift Die verletzte Republik. Erzählte Gewalt im Frankreich des 21. Jahrhunderts ist 2022 bei de Gruyter in der Reihe _Mimesis _erschienen und steht als Open Access zur Verfügung.
Zum Instagram-Account von Nicolas Mathieu
Homosexualität – ob männlich oder weiblich – ist auch im 21. Jahrhundert nach wie vor Zielscheibe zahlreicher Angriffe. Immer mehr Sänger*innen thematisieren diese Marginalisierung – gerade in Frankreich. Eddy de Pretto ist ein treffendes Beispiel dafür: Sein Debütalbum _Cure _berührt zahlreiche Themen wie die Konstruktion toxischer Männlichkeit und homophobe Beleidigungen. Renaud Lagabrielle, Senior Lecturer an der Universität Wien, spricht über Eddy de Prettos Lieder, die Kraft seiner Texte, das alternative Konzept von Männlichkeit, das er vorschlägt, und die homophobe Belästigung, die er in den sozialen Netzwerken erfahren hat.
Interview: Alex Lachkar
Schnitt: Mariana Arrién
Eddy de Prettos Hompage
Konzert mit Eddy de Pretto auf Arte
Der Artikel zum Vortrag ‚Interventions queer en milieu sensible: Eddy de Pretto‘, den Renaud Lagabrielle bei der Tagung Chansons et engagements aujourd’hui. 3ème biennale internationale de la chanson gehalten hat, erscheint demnächst in Schriftform!
Renaud Lagabrielles Monographie Représentations des homosexualités dans le roman français pour la jeunesse