Die sozialen Ungleichheiten und nicht selten prekären Formen von Staatlichkeit in Lateinamerika haben im Laufe der Geschichte und bis heute zur Ausprägung vielfältiger Formen alternativer Souveränität geführt. Jan-Henrik Witthaus, Professor für spanische Literaturwissenschaft an der Universität Kassel, untersucht im Rahmen eines DFG-Forschungsprojekts mit seinem Team solche Phänomene einer „kleinen Souveränität“ anhand lateinamerikanischer Prosa-Texte, in denen Herrscher:innen des Alltags auftreten, die in ihren zunächst überschaubaren Wirkungsfeldern – wie dem Büro oder dem Drogenhandel – den Einfluss staatlicher Macht und Kompetenzen zurückdrängen.
Interview: Benjamin Loy
Schnitt: Mariana Arrién
Zum Forschungsprojekt von Jan-Henrik Witthaus
Der gelesene und besprochen Ausschnitt stammt aus: Juan Gabriel Vázquez: El ruido de las cosas al caer. Alfaguara 2011. Von diesem Text existiert auch eine Reclam Fremsprachenausgabe